Glaube an dich und mach weiter

Glaube an dich und mach weiter

... mein Sieg über die WC-Schale

Letzten Sonntag wollte ich die WC-Schale eines Hänge-WCs montieren. Ich habe das in meinem Leben bestimmt schon 30 Male getan. Jedes Mal war das eine Arbeit die innerhalb von 15 Minuten erledigt war. Routine – so dachte ich. 

Doch diesmal lief es anders. Nachdem ich die Länge der Steckmuffe für den Abfluss vermessen und zugeschnitten hatte, wollte ich das Teil routinemäßig auf den porzellanen Abflussteil der WC-Schale stecken. Nur so zur Kontrolle, um zu sehen wie der Dichtungsgummi rauf geht. Aber der Dichtungsgummi ging nicht rauf. Keinen Millimeter! Ich drückte und schob mit aller Gewalt. Aber es ging nicht. Ich stellte das Rohr auf den Boden, setzte die Schale oben drauf und setzte mich selbst mit meinem ganzen Gewicht darauf. Nichts! Und wenn ich den Gummi mal ein kleines Stück oben hatte, dann rutsche er sofort wieder runter, sobald ich den Druck nachließ. 

„Das gibt es doch nicht!“ dachte ich verärgert. Aus irgendeinem Grund ist der Dichtungsgummi zu eng für den Porzellanteil der Schale auf den er drauf muss. „Bin ich jetzt schon zu blöd, um eine dämliche Hänge-WC-Schale zu montieren? Kann ich das nicht mehr?“ Ich wollte es nicht wahr haben. Ganze 3 Stunden! Drei Stunden lang habe ich mit allen möglichen Tricks versucht den scheinbar zu engen Gummi auf das scheinbar zu große Rohr zu bekommen. „Es kann doch nicht sein, dass ich für so eine Trottel-Arbeit einen Installateur brauche“, dachte ich verärgert. Es war Sonntag. Die Baumärkte waren geschlossen. Ich resignierte, und gab auf. Ärgerlich.

Glaube an dich und mach weiter!

Am nächsten Tag – Montag – gleich in der Früh bin ich zum Installateur in der nächsten Ortschaft gefahren und habe ihm die Sachlage geschildert. Der hat mich erst mal angesehen, wie den größten Vollidioten, der keine Ahnung hat. Dann meinte er: „Der Gummi ist ein Mist“, und hat mir einen neuen Gummi verkauft. Ich habe es ihm zwar nicht geglaubt, aber na gut – 12 Euro – egal. Wenn es funktioniert, dann soll es so sein.

Erwartungsvoll und gespannt bin ich vom Installateur zurück gefahren und habe es wieder versucht. Nichts. Der gleiche Mist. Der Gummi ging nicht auf den Abflussteil der porzellanenen WC-Schale. Und meine 1000  neuen, wunderbaren  Kreationen an Schimpfworten liessen sowohl die WC-Schale als auch den Gummi vollkommen kalt.

Nun war ich sicher. Es musste an der Hänge-WC-Schale selbst liegen. Die hatte ich bei Amazon über das Internet gekauft. Ich wollte mir nämlich ersparen, das gewichtige Teil vom Baumarkt nach Hause zu schleppen. Liefern lassen ist halt bequemer.

Was nun? „Glaube an dich und mach weiter“ versuchte ich mich selbst aufzumuntern, und so blieb mir nichts Anderes übrig. Rein ins Auto, und zum Baumarkt nach Horn fahren. Das Verbindungsteil, das zwischen WC-Schale und Abfluss in der Wand gehört, sowie den Gummi habe ich mitgenommen. An der Kasse habe ich verkündet, dass ich da zwei Teile mit rein nehme, und ab ging es in die Sanitär-Abteilung. Dort lag eine ausgepackte WC-Schale um 99 Euro schon ziemlich verstaubt im Abverkauf lieblos herum. Super, da konnte ich ja das mitgebrachte Zeug ausprobieren. Kurz angesetzt-  und schwupps – drauf war es. Ohne Probleme. Jetzt wusste ich es mit Sicherheit. Es lag an der WC-Schale, die ich bei Amazon gekauft hatte.

So habe ich halt eine neue WC-Schale gekauft, bin nach Hause gefahren und zehn Minuten später war alles montiert. 

Und die Moral von der Geschichte: Glaube an dich und mach weiter – auch wenn es einmal nicht so läuft, wie es laufen sollte. Aufgeben gilt nicht, weil aufgeben tut man einen Brief und sonst gar nichts.

Viele werden jetzt denken: Warum machst du so was auch selbst? Warum holst du dir nicht einfach einen Installateur? Ganz einfach. Das würde sich mit meiner Lebensphilosophie – möglichst ganzheitliche Autarkie zu erreichen – nicht vereinbaren lassen. Ganzheitliche Autarkie bedeutet Unabhängigkeit in allen Lebensbereichen. Dazu gehört auch, sich die Skills anzueignen, um nicht für jede Kleinigkeit die Dienste irgendwelcher Dienstleister einkaufen zu müssen.